Am 23. August 2025 wurde in Berlin ein bedeutendes Zeichen gesetzt: Die bisherige „Mohrenstraße“ erhielt offiziell den neuen Namen Anton-Wilhelm-Amo-Straße. Mit dieser Entscheidung würdigt die Stadt erstmals einen der wichtigsten Schwarzen Philosophen Deutschlands im öffentlichen Raum und setzt zugleich ein starkes Signal gegen koloniale und rassistische Bezeichnungen.
Anton Wilhelm Amo wirkte im 18. Jahrhundert als Philosoph, Jurist und Dozent an mehreren Universitäten. Seine beeindruckende akademische Laufbahn und sein Beitrag zur europäischen Geistesgeschichte blieben lange Zeit weitgehend unbeachtet. Die Umbenennung ist deshalb ein wichtiger Schritt, um Schwarze Geschichte sichtbar zu machen und bisher marginalisierte Narrative zu stärken.
Die Entscheidung ging einer intensiven öffentlichen Debatte voraus. Aktivist*innen, Initiativen und zivilgesellschaftliche Organisationen hatten sich über viele Jahre für diese Veränderung eingesetzt. Die feierliche Enthüllung des neuen Straßenschilds wurde begleitet von Redebeiträgen, Musik und einer spürbaren Atmosphäre des Zusammenhalts. Für viele Menschen aus der Schwarzen Community ist dieser Tag ein Moment der Anerkennung und des Fortschritts.
Praktisch bedeutet die Umbenennung, dass Anwohner*innen ihre Adressdaten anpassen können und die Stadt den neuen Namen sukzessive in alle Systeme integriert. Für eine Übergangszeit bleiben die alten Schilder sichtbar, um eine reibungslose Orientierung zu gewährleisten.
Für ADEFRA e.V. ist dieser Schritt von besonderer Bedeutung. Als Organisation, die sich seit Jahrzehnten für Sichtbarkeit, Empowerment und antirassistische Arbeit einsetzt, markiert dieser Moment einen wichtigen Meilenstein. Die Benennung der Anton-Wilhelm-Amo-Straße steht für eine Stadt, die Verantwortung übernimmt und historisches Bewusstsein zeigt.
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